Beim Großen Preis von Deutschland auf dem Sachsenring lieferte Fiat Yamaha Team Fahrer Jorge Lorenzo eine großartige Show ab und sicherte sich am Ende, wie im Vorjahr, den zweiten Rang. Teamkollege Valentino Rossi, der nach seiner Beinverletzung wieder an den Start gehen konnte, fuhr ebenfalls ein tapferes Rennen und verpasste mit Rang vier nur knapp einen Podiumsplatz. Das Rennen musste nach neun Runden unterbrochen und neu gestartet werden. Am Ende gewann der Spanier Dani Pedrosa vor knapp 100.000 Zuschauern nach 21 Runden Renndistanz.
Das vierte Mal in Folge konnte sich Jorge Lorenzo die Pole Position sichern und direkt nach dem Start verlor der Mallorquiner an Boden, auf den Blitzstarter Pedrosa. Noch in der ersten Runde konnte sich Lorenzo wieder fangen und die Führung übernehmen und seinen Vorsprung auf einige Zehntelsekunden in den ersten neun Runden ausbauen. Rossi verlor am Start zwei Plätze auf fuhr auf Rang sieben in der ersten Runde. In der folgenden Runde konnte er Hector Barbera überholen und sich zwei Runden später den fünften Rang von seinen Landsmann Marco Simoncelli schnappen. Der amtierende Weltmeister hatte nun einen Rückstand von einer knappen Sekunde auf Andrea Dovizioso, konnte diesen aber Runde um Runde abbauen und in der zehnten Runde vorbeiziehen. Nach einem Unfall von Randy de Puniet, in den noch zwei andere Fahrer verwickelt wurden, wurde das Rennen in dieser Runde abgebrochen.
Zum Neustart fuhren noch 13 Piloten in die Startaufstellung und die Geschichte aus dem ersten Abschnitt wiederholte sich. Pedrosa übernahm nach dem Start die Führung vor Lorenzo, der sich diese in der ersten Runde zurückholen konnte. In den folgenden Runde lieferten sich die beiden Spanier ein packendes Duell, aus dem am Ende Pedrosa als Gewinner hervorging. Lorenzo musste seinen Landsmann an der Spitze ziehen lassen und sich mit 20 Punkten zufrieden geben, konnte aber mit dem Rennen mehr als zufrieden sein. Der 23-jährige hat allen acht Rennen in dieser Saison auf Platz eins oder zwei beendet.
Valentino Rossi verlor im zweiten Rennen erneut an Boden und musste sich mühsam von Nicky Hayden den fünften Platz zurückerobern. In der sechsten Runde schnappte sich Rossi Dovizioso und begann seinen zwei Sekunden Rückstand auf Casey Stoner abzuarbeiten. Rossi war in der Lage, den Abstand zu verkürzen und sechs Runden vor Rennende am Australier vorbeizufahren. Doch Stoner gab nicht auf und so erlebten die Zuschauer einen spannenden Zweikampf mit mehreren Überholmanövern, der in einer finalen Attacke von Stoner in der letzten Kurve vor Start-Ziel gipfelte. Rossi konnte diesen Angriff nicht abwehren und musste sich nach einer sehr guten Leistung mit dem vierten Rang zufrieden geben.
In der WM-Tabelle führt Lorenzo mit 47 Punkten Vorsprung auf Pedrosa, während sich Rossi nach seinem Comeback auf den sechsten Platz verbessern konnte. Der MotoGP-Tross zieht nach dem Rennen am Sachsenring weiter zum Rennen in Laguna Seca am kommenden Wochenende.
Jorge Lorenzo, Platz 2
„Es ist immer schwierig, wenn ein Rennen geteilt wird und ich bin im zweiten Abschnitt sicherlich nicht so gut gefahren, wie im ersten. Dani war sehr stark und ich fuhr wirklich am Limit um vor ihm zu bleiben. Als er an mir vorbeifuhr habe ich alles versucht, um ihm zu folgen, doch er war heute einfach zu schnell für mich und ich hätte sehr viel riskieren müssen, um dran zu bleiben. Ich wollte aber nicht zu viel riskieren und die 20 Punkte für die Meisterschaft mitnehmen. Ich bin aber zufrieden, denn ich habe diese Strecke noch nie gemocht, bin jetzt aber das zweite Mal auf Platz zwei ins Ziel gekommen. Jetzt geht es nach Laguna und ich freue mich schon auf das Rennen dort.“
Valentino Rossi, Platz 4
„Das hatte ich nicht erwartet! Ich dachte, dass eventuell ein vierter oder fünfter Platz möglich ist. Am Ende hatte ich einen tollen Zweikampf mit Casey und war so nahe am Podium. Es ist ein tolles Ergebnis nach vier Rennen Pause. Ich brauche noch einige Kilometer, um das Gefühl vollständig zurück zu bekommen und mich 100% wohl auf dem Motorrad zu fühlen, doch ich denke, dass ich einen tollen Job gemacht habe und es ein gutes Comeback war. Besser, als wir uns wünschen konnten. Ich hatte während des Rennens leichte Schmerzen in meiner Schulter, doch viel mehr tat mein Bein bei Richtungswechseln weh. Im Zweikampf mit Casey waren diese Schmerzen nicht da, denn ich hatte so viel Spaß und habe sie einfach ignoriert. Vielen Dank an das gesamte Team, das mir bei meiner Rückkehr so geholfen hat. Beim nächsten Rennen in Laguna Seca werden wir es noch besser machen.“