Bei den Enduro-Rennen kommen Motorräder zum Einsatz, die vor allem im Gelände sicher zu steuern sind. Sie sind höher und leichter als Maschinen für Straßenrennen, haben grobe Stollen an den Reifen, eine spezielle Federung und müssen sich nicht um Windschlüpfrigkeit sorgen.

Enduro-Rennen werden sowohl auf der Straße als auch im Gelände ausgetragen, wobei der Geländeanteil am größten ist. Die Regularien für die Enduroweltmeisterschaft schreiben vor, dass man mindestens 30 Prozent der Strecke auf asphaltierten Straßen fahren muss. Das Minimum für die gesamte Länge eines Rennens beträgt 200 Kilometer.

Anders als beim MotoGP wird bei Enduro-Rennen in mehreren Gruppen gestattet. Sie fahren in bestimmten Abständen los und müssen zu einer festgelegten Zeit an den jeweiligen Checkpunkten ankommen. Ein Rennen kann den ganzen Tag dauern, deswegen gibt es auch Pausen, in denen die Maschinen gewartet und aufgetankt werden können. Die Motorräder haben viele Eigenschaften der Motocross-Maschinen, müssen aber straßentauglich sein und brauchen deshalb zum Beispiel Blinker und Beleuchtung.

WEC und Six Days of Enduro

Das wichtigste Event für Enduro-Fahrer ist die World Enduro Championship (WEC), die dem MotoGP gleichzusetzen ist. Die WEC besteht ebenfalls aus mehreren Grand Prix die über die ganze Welt verteilt veranstaltet werden. Die Teilnehmer bekommen Punkte, die am Ende zusammengerechnet werden. Die Rennen gehen über zwei Tage, wobei an einem Tag eine reine Motocross-Prüfung auf dem Programm steht. Ein weiteres bedeutendes Ereignis ist die International Six Days Enduro, die an einem Ort abgehalten werden und so etwas wie ein Weltcup der besten Fahrer und Team sind. Erstmals wurden sie 1913 ausgetragen und sind damit das älteste noch bestehende weltweite Enduro-Event.

Auch bei den Enduro Rennen gibt es verschiedene Klassen. In der Enduro 1 starten Zweitaktmaschinen zwischen 100-125 und Viertaktmaschinen zwischen 175-250 Kubikzentimeter Hubraum. In der Enduro 2 werden Motorräder zwischen 175–250 Kubikzentimeter bei Zweitaktern und 290–450 Kubikzentimeter bei Viertaktern zugelassen. Die Enduro 3 ist mit 290–500 Kubikzentimeter sowie 475–650 Kubikzentimeter die Königsklasse mit den stärksten Maschinen.